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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Jauche gegen Kletterer - ein Konflikt im Sport


Joachim Simen
04.09.07, 13:10
Im ADR-Blog (http://www.adr-blog.de/wp-trackback.php?p=233) von Marcus Brinkmann fand ich diesen Hinweis (http://www.tirol.com/chronik/unterland/68263/index.do) auf einen Konflikt zwischen Sportkletterern und Eigentümern von Grundstücken auf denen beliebte Felsen liegen. Als Kletterer, der selbst seit über 25 Jahren eng mit diesem Sport verbunden ist, ist mir die Problematik nicht neu und liegt mir sehr am Herzen.
Sportklettern insbesondere Bouldern (http://de.wikipedia.org/wiki/Bouldern), das seilfreie Klettern in Absprunghöhe, sind kein Trendsport mehr sondern zum massenhaft betriebenen Breitensport geworden. Streiften vor 10 Jahren nur vereinzelt Kletterer mit umgeschnallten Bouldermatten, auf der Suche nach neuen Herausforderungen durch Wald und Wiesen, ist es heute ein schier endloser und ganzjähriger Strom von mehr oder weniger sensibilisierten Sportlern. Wer in der Kletterhalle übt und trainiert, möchte natürlich auch mal echten Fels unter die Finger nehmen.
Neben dem Konfliktpotenial zwischen Klettern und Naturschutz sind aktuell immer häufiger Konflikte mit Grundstückseigentümer zu verzeichnen. Eigentümer von Wäldern und Wiesen in den alpinen Klettergebieten und in den Mittelgebirgen sehen sich teilweise kaum noch in der Lage den Ansturm zu regeln und ihre Interessen durchzusetzen. Sie finden häufig keinen Ansprechpartner zur Klärung von auftretenden Problemen, da die Mehrzahl der Kletterer ihren Sport eigenverantwortlich und ohne den Rückgriff auf eine akzeptierte Interessenvertretung betreiben. Meist können Verbände wie der Deutsche Alpenverein oder die Vertreter der lokalen Kletterszene, die am meisten unter den Bedingungen leiden, nur auf eine bereits eskalierte Situation reagieren.
Dass hierfür, wie im Bericht tirol.com beschrieben, auf externe Mediatoren zurückgegriffen, wird ist ein neuer und aus meiner Sicht natürlich sehr erfreulicher Ansatz. Vor einigen Jahren hatte ich mal einen Versuch gestartet hierüber mit dem DAV in ein intensiveres Gespräch einzusteigen. Trotz beiderseitigem Interesse hat sich leider nichts Konkretes ergeben. Vielleicht ist die Zeit jetzt reif für einen neuen Anlauf. Die Erfahrungen der Mediatoren aus anderen Planungsvorhaben und Infrastrukturprojekten (Ausbau von Straßen, Flughafenerweiterungen etc.) können für den Umgang mit Konflikten im Spannungsfeld Natursport, Tourismus, Naturschutz und Eigentum sicher sehr hilfreich sein.


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