Redaktion
25.10.06, 11:57
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/89/Coat_of_arms_of_Rhineland-Palatinate.svg/80px-Coat_of_arms_of_Rhineland-Palatinate.svg.pngBamberger: Kenntnisse der Mediation gehören zur Grundausstattung
Pressemeldung vom 23.10.2006 Ministerium der Justiz, Rheinland-Pfalz
Justizminister Dr. Heinz Georg Bamberger hat sich erneut für eine stärkere Einbindung der Mediation in die juristische Ausbildung und die richterliche Fortbildung ausgesprochen. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass wesentliche Kenntnisse der Mediation langfristig zur Grundausstattung einer jeden Richterin und eines jeden Richters zählt. Dies bietet die Chance für unsere Justiz, sinnvolle Mechanismen der einvernehmlichen Konfliktlösung noch stärker in die Gerichtsverfahren einzubeziehen“, sagte Bamberger bei der Einführung des neuen Direktors des Amtsgerichts Cochem.
Bamberger erläuterte das Projekt „Integrierte Mediation in Familiensachen“, das unter Federführung des Oberlandesgerichts Koblenz seit 3 Jahren bei insgesamt zwölf Amtsgerichten erprobt und derzeit wissenschaftlich bewertet werde. Grundlage dieses Modells sei die Cochemer Praxis, ein Netzwerk der interdisziplinären Zusammenarbeit für bessere Lösungen für die Kinder bei Trennung und Scheidung der Eltern.
Die übergeordnete Idee des "Cochemer Modells" sei, dass alle beteiligten Professionen die Sichtweise der Kinder, die von Trennung und Scheidung betroffen seien, einnehmen und ihr Handeln ausschließlich am Kindeswohl ausrichten. Ziel ist es, den Kindern beide Elternteile zu erhalten.
In dem Projekt des Oberlandesgerichts Koblenz sei dieser Cochemer Verfahrensweise der Aspekt der Mediation durch die Richterinnen und Richter in Familiensachen hinzugefügt. Entscheidend sei, so Bamberger, dass den Parteien eines Zivilrechtsstreits oder eines familiengerichtlichen Verfahrens an einer schnellen, guten und günstigen Lösung ihres Konflikts gelegen sei. Wenn die Richterin oder der Richter in einem Prozess zugleich als Mediator(in) fungiere, müsse sie oder er aber auch entsprechend aus- und fortgebildet werden. Im Rahmen des Projektes „Integrierte Mediation in Familiensachen“ seien mittlerweile bereits zahlreiche Familienrichterinnen und -richter zu Mediatoren ausgebildet worden. „Diese Aus- und Fortbildung muss intensiviert und ausgebaut werden. Zudem muss überlegt werden, wie bereits in die juristische Ausbildung Aspekte der Mediation eingebaut werden, um frühzeitig die Grundlagen zu schaffen“, so der Minister.
Bamberger betonte ausdrücklich, die Cochemer Praxis mit mediativen Elementen wie sie Gegenstand des Projekts "Integrierte Mediation in Familiensachen" sei, biete die Chance einer langfristigen und nachhaltigen Lösung verhärteter Konflikte. Eine solche Lösung finde hohe Akzeptanz bei den Beteiligten und könne erhebliche Kosten sparen. „Entscheidend ist aber auch, dass Mediation nicht nur eine Chance im gerichtlichen Verfahren, sondern ihre Idee auch gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Wir brauchen mehr Bereitschaft in unserer Gesellschaft, Streitigkeiten durch gegenseitiges Nachgeben sachgerecht und einvernehmlich beizulegen“, so der Minister. Hier zeichne sich durch intensives Bemühen der Richterinnen und Richter bereits eine positive Entwicklung ab. Während 1996 nur in 9.8 Prozent der erledigten Zivilverfahren vor den Amtsgerichten und in 16,2 Prozent vor den Landgerichten ein Vergleich abgeschlossen worden sei, hätten die Werte im Jahre 2005 schon bei 14 Prozent (Amtsgerichte) und bei 22,5 Prozent (Landgerichte) gelegen. Dies sei jeweils der höchste je erreichte Wert. „Diese erfolgreichen Ansätze können auch Keimzellen gesellschaftlichen Umdenkens sein. Denn konfrontative Gerichtsverfahren kosten die Parteien Zeit, Geld und Nerven, während die Mediation den Konflikt langfristig und einvernehmlich lösen kann“, so Minister Bamberger.
Quelle: Ministerium der Justiz, Rheinland-Pfalz
Pressestelle - Telefax: 06131/16-5875
Pressemeldung vom 23.10.2006 Ministerium der Justiz, Rheinland-Pfalz
Justizminister Dr. Heinz Georg Bamberger hat sich erneut für eine stärkere Einbindung der Mediation in die juristische Ausbildung und die richterliche Fortbildung ausgesprochen. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass wesentliche Kenntnisse der Mediation langfristig zur Grundausstattung einer jeden Richterin und eines jeden Richters zählt. Dies bietet die Chance für unsere Justiz, sinnvolle Mechanismen der einvernehmlichen Konfliktlösung noch stärker in die Gerichtsverfahren einzubeziehen“, sagte Bamberger bei der Einführung des neuen Direktors des Amtsgerichts Cochem.
Bamberger erläuterte das Projekt „Integrierte Mediation in Familiensachen“, das unter Federführung des Oberlandesgerichts Koblenz seit 3 Jahren bei insgesamt zwölf Amtsgerichten erprobt und derzeit wissenschaftlich bewertet werde. Grundlage dieses Modells sei die Cochemer Praxis, ein Netzwerk der interdisziplinären Zusammenarbeit für bessere Lösungen für die Kinder bei Trennung und Scheidung der Eltern.
Die übergeordnete Idee des "Cochemer Modells" sei, dass alle beteiligten Professionen die Sichtweise der Kinder, die von Trennung und Scheidung betroffen seien, einnehmen und ihr Handeln ausschließlich am Kindeswohl ausrichten. Ziel ist es, den Kindern beide Elternteile zu erhalten.
In dem Projekt des Oberlandesgerichts Koblenz sei dieser Cochemer Verfahrensweise der Aspekt der Mediation durch die Richterinnen und Richter in Familiensachen hinzugefügt. Entscheidend sei, so Bamberger, dass den Parteien eines Zivilrechtsstreits oder eines familiengerichtlichen Verfahrens an einer schnellen, guten und günstigen Lösung ihres Konflikts gelegen sei. Wenn die Richterin oder der Richter in einem Prozess zugleich als Mediator(in) fungiere, müsse sie oder er aber auch entsprechend aus- und fortgebildet werden. Im Rahmen des Projektes „Integrierte Mediation in Familiensachen“ seien mittlerweile bereits zahlreiche Familienrichterinnen und -richter zu Mediatoren ausgebildet worden. „Diese Aus- und Fortbildung muss intensiviert und ausgebaut werden. Zudem muss überlegt werden, wie bereits in die juristische Ausbildung Aspekte der Mediation eingebaut werden, um frühzeitig die Grundlagen zu schaffen“, so der Minister.
Bamberger betonte ausdrücklich, die Cochemer Praxis mit mediativen Elementen wie sie Gegenstand des Projekts "Integrierte Mediation in Familiensachen" sei, biete die Chance einer langfristigen und nachhaltigen Lösung verhärteter Konflikte. Eine solche Lösung finde hohe Akzeptanz bei den Beteiligten und könne erhebliche Kosten sparen. „Entscheidend ist aber auch, dass Mediation nicht nur eine Chance im gerichtlichen Verfahren, sondern ihre Idee auch gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Wir brauchen mehr Bereitschaft in unserer Gesellschaft, Streitigkeiten durch gegenseitiges Nachgeben sachgerecht und einvernehmlich beizulegen“, so der Minister. Hier zeichne sich durch intensives Bemühen der Richterinnen und Richter bereits eine positive Entwicklung ab. Während 1996 nur in 9.8 Prozent der erledigten Zivilverfahren vor den Amtsgerichten und in 16,2 Prozent vor den Landgerichten ein Vergleich abgeschlossen worden sei, hätten die Werte im Jahre 2005 schon bei 14 Prozent (Amtsgerichte) und bei 22,5 Prozent (Landgerichte) gelegen. Dies sei jeweils der höchste je erreichte Wert. „Diese erfolgreichen Ansätze können auch Keimzellen gesellschaftlichen Umdenkens sein. Denn konfrontative Gerichtsverfahren kosten die Parteien Zeit, Geld und Nerven, während die Mediation den Konflikt langfristig und einvernehmlich lösen kann“, so Minister Bamberger.
Quelle: Ministerium der Justiz, Rheinland-Pfalz
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