Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einmalige Chance für die Mediation - FGG-Reformgesetz - FamFG
Einmalige Chance für die Mediation - FGG-Reformgesetz - FamFG
Ein Beitrag von unserem Mitglied bernd (http://www.marktplatz-mediation.de/member.php?u=746)
Es wird allenthalben beklagt, dass es zwar ganz viele Mediatorinnen und Mediatoren gibt, aber nur sehr wenige Medianten. Das wundert mich nicht. Ich zum Beispiel kenne eine grosse Anzahl von Mediatorinnen und Mediatoren, die mir genau erklären können, was Mediation ist. Aber ich kenne keine/n einzige/n Nichtmediatorin oder Nichtmediator, die/der auch nur annähernd eine realistische Vorstellung von einer Mediation hat. (Das ist kein Witz - wenn Herr Simen die Humorecke eingerichtet hat, werde ich mich da diesbezüglich auslassen). Dieser Beitrag ist allerdings sehr ernst gemeint.
Das FGG-Reformgesetz bietet der Mediation eine einmalige Chance. Für diejenigen, die mit dieser Materie nicht so vertraut sind, eine (möglichst) kurze Erklärung:
Im Zuge der FGG-Reform (FGG = Gesetz über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit)
soll das Scheidungsverfahrensrecht in einem einzigen Gesetz zusammengefasst werden (bislang war es in vielen verschiedenen Gesetzen - hauptsächlich ZPO und FGG - verstreut geregelt).
Dieses "neue" Gesetz wird das FamFG sein (Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit). Eigentlich steht da nichts wirklich neues drin, ausser - wohl erstmalig in einem deutschen Gesetz - das Wort Mediation! Und zwar in den §§ 135 und 156 (§ 135 ist als Anhang beigefügt).
Danach kann der Richter ein Beratungsgespräch über Mediation (bzw. deren Möglichkeiten) anordnen! (Es gibt zwar keine Zwangsmittel dafür, der Richter kann aber den Parteien klar machen, dass sich eine Nichtbefolgung auf seine spätere Kostenentscheidung - darin ist er frei - auswirken kann).
Nun könnte man meinen, dass das ja schon ein gewaltiger Fortschritt für die Mediation sei, zumal das ursprüngliche Vorhaben der Regierung, eine einverständliche Scheidung auch ohne Anwälte zu ermöglichen, fallen gelassen worden ist. (Auch mit Hilfe des BM, der in seiner Stellungnahme zum vorhergehenden Referentenentwurf fett als Überschrift schrieb: "Wir lehnen die Einführung des vereinfachten Scheidungsverfahrens ab". Nach einer schwer verständlichen Begründung kommt man dort wohl zu Schluss, dass eine einverständliche Scheidung nur dann denkbar sei, wenn Mediatoren einbezogen werden, die vom BM ausgebildet worden sind, da ihren Seminarteilehmern empfohlen werde, vor Abschluss eines Vertrages die Medianten zu einem Rechtsanwalt zu schicken.
Das hat wohl auch die Regierung verunsichert, die die Mediation viel stärker einbeziehen wollte. Daher offensichtlich die Bemerkung von Frau Granold (MdB und Berichterstatterin im Rechtsausschuss): "Weil es im Vorfeld von den Verbänden ziemlich viel Irritationen gegeben hat, ist es ganz wichtig, dass diese Streitschlichtung (Anm.d.Verf.: s.o.), diese Mediation, lediglich an Elemente des sogenannten Cochemer Modells angelehnt wird" (Protokoll der ersten Lesung am 11.10.07 im Bundestag).
Soweit zum bisherigen Verlauf.
Nunmehr geht das Gesetz in die entscheidende Phase. Am 11. und 13. Februar 2008 findet die öffentliche Anhörung im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages statt. Nach diesem Termin muss man davon ausgehen, dass die Würfel gefallen sind, ohne dass die Mediation wirklich einen Schritt weiter gekommen ist. Um nichts unversucht gelassen zu haben, den Mediationsgedanken auf grösserer Basis zu verbreiten - und dies mit Hilfe des neuen Gesetzes - habe ich eine "Anregung" an die Mitglieder des Rechtsausschusses geschickt, in der Hoffnung, dass wenigstens die Möglichkeit diskutiert wird, eine Beratung über Mediation als Antragsvoraussetzung einer Familiensache anzuordnen (also bevor ein Gerichtsverfahren eingeleitet wird und "das Kind in den Brunnen gefallen ist" - was angesichts des § 156 ja fast schon zynisch klingt, aber von mir nicht so gemeint ist).
Die Anregung ist ebenfalls als Anhang beigefügt.
Wer sich die Gesetzesvorlage herunterladen will, um sich genauer zu informieren, hier der entsprechende link:
http://www.bundestag.de/ausschuesse/a06/anhoerungen/30_FGG__Teil_II/index.html
Meiner Ansicht nach ist dies die einzig richtige Stelle, an der die Mediation im Gesetz stehen sollte. Nur so kann der Mediationsgedanke sinnvoll an die Menschen herangetragen werden.
Vielleicht finden sich hier weitere Mediatorinnen und Mediatoren, die der Sache in diesem Sinne förderlich sein wollen.
http://www.marktplatz-mediation.de/download/§135FamFG.jpg (http://www.marktplatz-mediation.de/download/%C2%A7135FamFG.jpg)
Autor: bernd (http://www.marktplatz-mediation.de/member.php?u=746)
Hallo Bernd, Danke für Deine Ausarbeitungen und Anregungen. Eine echte Fleißarbeit! Das Thema kann nicht hoch genug gehängt werden. Würden die Weichen im Februar richtig gestellt, könnte dies die Mediation um Jahre voranbringen. Wenn der Staat/Steuerzahler über die zukünftigen statistischen Zahlen erst mal wahrgenommen haben würde, was für ein gigantisches Einsparpotenzial hinter diesem Thema verborgen liegt, müßte dies für die Sache der Mediation ein "Selbstläufer" werden.
Hallo allen Interessenten für dieses Thema
Da ich daran interessiert bin, dass möglichst viele Mediatorinnen und Mediatoren (natürlich gerade auch Politiker) sich Gedanken machen, wie mein Vorschlag zum Rechtsausschuss aussieht, also wie der Verbreitung des Mediationsgedankens mit Hilfe des neuen Gesetztes nach meiner Meinung entscheidend gedient werden kann, und wie ich das begründe, hier meine mail-adresse:
bohnet.mediation@gmail.com
Interessenten können meine "Anregungen zum Rechtsausschuss" direkt bei mir anfordern. Ebenso unter meiner Adresse:
Bernd Bohnet
Obere Sonnenhalde 35
97941 Tauberbischofsheim
Telefonnummer: 09341/8953547
Viele Grüße
Bernd
Zahlreiche Zuschauer und nur ein Beitrag! Und das zu einem so wichtigen Thema. Da ist mir folgendes Bild eingefallen:
Ein grosses Heer von Verdurstenden hat sich in der Wüste versammelt. Ab und zu wirft jemand, ´mal hier hin, ´mal da hin, eine Wasserflasche. Alle stürzen sich darauf. Viele Grüppchen raufen sich jeweils um eine Flasche.
Da kommt ein grosser Güterzug daher - lauter Tankwagen - voll mit Wasser. Jemand müsste den Hebel von der Weiche umlegen, damit der Zug in die Versammlung fährt.
Einen kurzen Moment schauen auch viele erstaunt auf das riesige Gefährt. Aber alle denken, dass das sowieso hinfährt, wohin der Lockführer will. Geschäftig diskutieren und hantieren sie weiter um und mit den Wasserflaschen.
Am Rande der Wüste gibt es Oasen. Da stehen Fabriken, die die Verdurstenden produzieren (wie es ihre Aufgabe ist und wofür sie auch bezahlt werden). Für Weichenstellungen zum schmachtenden Heer sind sie nicht zuständig.
Ob die Geschichte hier zu Ende ist, hängt deshalb von den "Frontkriegern" der Mediation ab.
Aufmunternd (und anbei die beiden zentralen Paragraphen FamFG - geplant)
bernd
Gestern war die Öffentliche Anhörung Teil I im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages. Hierzu einen Ausschnitt aus der Pressemitteilung:""Der Bonner Notar Timm Starke ....."
"Dem Regierungsentwurf liege ein "schlüssiges Konzept" zugrunde. Besonders hervorzuheben sei das Ziel einer außergerichtlichen Streitbeilegung im familiengerichtlichen Verfahren. Und auch Jörg Grotkopp, Richter am Amtsgericht Ratzeburg, meinte: "Wir begrüßen die Gesetzesinitiative sehr.""
Am Mittwoch, 13.02.08 findet die Anhörung zu Teil II statt.
Bezüglich der Mediation hat, soweit ersichtlich, lediglich Herr Richter am Amtsgericht und -weiterer aufsichtsführender Richter - und Mediator; Wiesbaden, Ausführungen gemacht. Ich halte seine Einlassungen für sehr beachtlich und erlaube mir hier (und unterstelle sein wohlwollendes Einverständnis) die entsprechende Stelle als Anhang hinzuzufügen.
Es wird deutlich, dass die Mediation hauptsächlich unter dem Aspekt der Praktikabilität gesehen wird. Die eigentlich nötige Vorstufe, nämlich die Verbreitung des Mediationsgedankens überhaupt als Möglichkeit vor dem Prozess wird derzeit nicht diskutiert.
Für mich kein Wunder, denn mir ist bislang keine einzige Stellungnahme irgendeines Mediationsvereins bekannt und die zum Rechtsausschuss geladenen Sachverständigen sind fast ausschliesslich Juristen.
Vom Familienministerium, das ja beratend tätig sein soll, und das ich gerade für das FamFZ als besonders gefordert ansehe, ist offiziell bislang nichts zu hören. Und das bezüglich des Kernbereichs seiner Aufgaben (Familie - Kinder -Scheidung .......). Das allein von Juristen regeln zu lassen, ist für mich absolut unverständlich.
das Schweigen der Mediationsvereine mag vielleicht auch dadurch erklärbar sein, dass dort die Entscheidungsträger ebenfalls Juristen (zumeist Rechtsanwälte) sind. Ist ja nicht so, dass sie ihr Votum zum Thema nicht abgegeben hätten, nur eben über Anwaltsvereine oder die Rechtsanwaltskammern - und aus deren Perspektive ist der Entwurf sehr wohl in Ordnung und insbesondere eine Mediation vor dem Prozess gebührentechnisch völliger Unsinn.
Der Gedanke und der Entschluss ist der Ursprung der Tat, die etwas bewirken kann.
Zunächst eine Zwischenbemerkung.
Der Ansturm von Nichtbeteiligung ist schon auffällig! - Und es ist für mich ein Zeichen dafür (Anzahl der Klicks), dass viele mehr oder weniger Interessierte dieses Thema anwählen, aber das Forum eigentlich mehr als Unterhaltungsprogramm benutzt wird. (S. "hummel" und - ganz neu, "DieStreithähne verstummen lassen" (Der eine Satz, der zu einem Link führt, führt - zumindest für mich - ins Leere) Ausserdem wurde er am 14.01.05 eingestellt und enthält "neueste Nachrichten vom 14.12.04. Aber, alle Achtung, über 600 Klicks! - wohl Dank Pia Watson.
Dito das alte Thema "Bücher für Kinder", das Pia Watson aus den Jahren 2005 und 2006 hervorgeholt hat über (1000 Klicks). q.e.d.
Hier aber geht es um etwas ganz anderes! Nämlich die Förderung der Verbreitung des Mediationsgedankens in der breiten Bevölkerung, damit die Mediation überhaupt eine Zukunft bei uns hat. Das neue Scheidungsgesetz kann wirklich einen riesigen Schritt nach vorne bewirken. Und diese Gelegenheit wird nicht so schnell wieder kommen.
Im momentanen Stadium ist das Familienministerium als beratendes Gremium an der Reihe.
Ich möchte hier ein Angebot machen. Um noch einmal einen Vorstoss in Richtung Gesetzgeber vorzubereiten, bräuchte ich möglichst viele Argumente und Meinungen, aber auch ganz einfache Mitteilungen über Fakten (nicht nur bezüglich meiner "Anregungen zur Integration der Mediation", die ich hier nochmals als Anhang beifüge. (Sind nur 4 Seiten)
Wer sich hier nicht zu Wort melden möchte, schreibt mir bitte direkt: (bohnet.mediation@gmail.com) oder über "bernd - Profil".
Alle Mitteilung Ideen usw., zustimmend bis sehr kritischer Art werden diskret ausschliesslich von mir
gelesen! Ggf. und ev. in Zusammenarbeit (und mit Zustimmung) mit dem Verfasser zu einem Beitrag gemeinsam entwickelt. (Vielleicht erklärt mir auch jemand, warum er/sie sich nicht beteiligen mag; dafür wäre ich besonders dankbar).
Mein Ziel ist es (ganz grob gesagt), dass, wenn zwischen Betroffenen, wenn der Streit hoch eskaliert ist, und ein Prozess als ultima ratio empfunden wird, zumindest einer die Idee hat, zu sagen: "Entweder gehst Du mit zum Mediator - oder ich gehe zum Rechtsanwalt".
Zur Ausdauer und Geduld bereit
sowie mit präventivem Verständnis
viele Grüsse
bernd
Zur Vervollständigung:
Die Öffentliche Anhörung ist vorbei und die Berichterstatter und der Ausschuss entscheiden, ob meine Anregung überhaupt in die politische Willensbildung mit einbezogen wird (die Gelegenheit hatten und haben sie). Ob sie dies tun werden, hängt nun auch davon ab, inwieweit sich die Mediatorinnen und Mediatoren (auch die Verbände und Vereine) darum kümmern.
Gesetzentwurf FamFG; BT Drucksache 16/6308 download (PDF):
http://www.bundestag.de/ausschuesse/a06/anhoerungen/30_FGG__Teil_II/index.html
Es wurden 18 Gutachten eingereicht. Hier die Direktlinks zum download (PDF)
Sachverständigengutachten Anhörung 11.02.08 (Allgemeiner Teil):
http://www.bundestag.de/ausschuesse/a06/anhoerungen/29_FGG_Teil_1/04_Stellungnahmen/index.html
Sachverständigengutachten Anhörung 13.02.08 (Besonderer Teil):
http://www.bundestag.de/ausschuesse/a06/anhoerungen/30_FGG__Teil_II/04_Stellungnahmen/index.html
Viele Grüsse
bernd
Hallo Bernd, vielen Dank für Deine Recherchen! Ich habe die Gutachten gecheckt und über die Stichwortsuche "Mediation" festgestellt, dass sich von den 27 überhaupt nur 5 mit der Mediation befassen. Lediglich Nake, Timm Starke, Ohr, Rakete-Dombek und Salgo erwähnen die Mediation. Allen gemeinsam ist, dass sie sich recht kritisch bis ablehnend der Mediation gegenüber äußern. Habe ich die positiven Stimmen übersehen?
Reisigbesen, Staubtuch und Wischlappen
Wenn ich in Gesprächen mit Aussenstehenden, egal, ob absolute Laien oder Fachleute (wie Richter, Beratungsstellen, Rechtsanwälte usw.) versuche, die Möglichkeiten der Mediation zu erklären, komme ich mir manchmal vor, wie ein Staubsaugervertreter in einer Welt, in der niemand weiss, dass es überhaupt Staubsauger gibt und wo als Handwerkszeug zum sauber machen nur entweder Reisigbesen oder Staubtücher benutzt werden. Nur nass aufwischen, ist noch bekannt. Dass aber in bestimmten Schmutzsituationen im Haushalt das weitaus geeignetste Gerät der Staubsauger sein kann, muss der Vertreter erst einmal verbreiten. Danach kann er behaupten, sogar die beste Maschine zu haben.
Der Vertreter muss bei seiner Arbeit aber eines besonders beachten, wenn er weiter kommen will, nämlich, dass er den oder die im Haushalt überzeugt, der oder die das Sagen und das Geld hat.
Macht die Reinigungsarbeiten eine Putzfrau, kann das Argument helfen, dass diese beim Einsatz eines Staubsaugers, viel billiger kommt.
Über den Einsatz der Mediation entscheidet derzeit der Rechtsausschuss mit seinen 31 Mitgliedern. Mit folgendem Link werden sie direkt aufgelistet:
http://www.bundestag.de/ausschuesse/a06/mitglieder.html
Zunächst und an erster Stelle müssen aber die BerichterstatterInnen überzeugt werden, die für ihre Fraktionen entscheidend meinungsbildend sind.
Für das neue FamFG sind die Bundestagsabgeordneten:
Ute Granold (CDU/CSU)
Dirk Manzewski (SPD)
Christine Lambrecht ((SPD)
Joachim Stünker (SPD)
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP)
Ulrich Maurer (DIE LINKE)
Jerzy Montag (B90/GRUENE)
als BerichterstatterInnen von ihren Fraktionen bestimmt.
Allen sind meine "Anregungen ..." (s.Anhang meines ersten Beitrages hier) zugegangen. Dies diente dem Zweck, den in Schlüsselposition stehenden Abgeorneten, Hilfen und Möglichkeiten zu ihrer politischen Willensbildung zu unterbreiten.
Wer den obigen Link abruft und die einzelnen Namen anklickt, kommt auf die jeweilige persönliche Seite der Abgeordneten und kann diese/n direkt eine Nachricht schicken und ggf. meine Ausführungen unterstützen - oder auch nicht. (ebenso sich auch bei mir zur Diskussion oder Zusammenarbeit melden).
Ein Beratungsgespräch als Antragsvoraussetzung in Familiensachen muss unser Ziel sein.
Wer dieses Ziel nicht vor Augen hat, will in meinen Augen in Wirklichkeit keine Familienmediation machen bzw. nichts zur Verbreitung des Mediationsgedankens beitragen. Das aber stellt die ganze Mediationsbewegung in Frage.
bernd
Einmaliges Angebot für die "Einmalige Chance ...
Hallo
Um etwas Abwechslung hereinzubringen, wähle ich heute ein anderes Schriftformat.
Vielleicht kann ich die Motivation zur Beteiligung hier etwas verstärken, wenn ich es so mache, wie Herr Simen. Wer sich hier beteiligt oder sich bei mir zur Mitarbeit meldet, bekommt ein Foto einer Kürbisschnitzerei (wie im Anhang, nur bessere Qualität) aus meiner Sammlung, nach meiner Wahl. Einen Lehrgang in Mediation oder Juristerei gibt es nicht, höchstens in Zeichnen, Malen und Kürbisschnitzen (auch diesbezüglich treffe ich alle Entscheidungen). Aber keine Sorge, ich bin großzügig und was machbar ist, wird auch gemacht.
Vielleicht kann noch jemand zum Brainstorming zur Lösung des Beteiligungsproblems beitragen.
Bis zum nächsten Mal
bernd
Endlich liegt der Gesetzentwurf in einer Fassung vor, mit der das pdf - Suchsystem funktioniert. (Bei der 1003- seitigen, elektronischen Vorabfassung musste man sich durchlesen, um an die, für die Mediation interessanten Stellen zu kommen.) Jetzt hat der Entwurf nur noch 428 Seiten - alles ist drin und herunterladen geht recht schnell - und man braucht im Suchfeld nur ein Stichwort einzugeben. Beim Stichwort Mediation z.B.: werden sofort § 135 (hier erlaube ich mir, auf den Anhang meines ersten Beitrags hinzuweisen, der sich genau auf diese Vorschrift bezieht), mit dem Fortsetzungspfeil § 156 und dann die entsprechenden Stellen der Begründung angezeigt. Hier der Direktlink zum download beim Deutschen Bundestag:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/063/1606308.pdf
Das erleichtert allen, die sich auch hinsichtlich anderer Bereiche des neuen Scheidungsverfahrensrechts interessieren, die Arbeit ganz erheblich!
Viele Grüße
Bernd
Es sind nun 3 Monate her, dass ich dieses Thema aufgemacht habe. 1640 mal wurde es angewählt. (Außer Reinert) keine einzige Rückmeldung, weder hier, noch direkt. Ob meine Bemühungen irgendwo doch einen Sinn gemacht haben, weiss ich nicht. Ich gäbe vielleicht einen guten Alleinunterhalter ab. Ein solcher aber will auch wissen, ob sein Publikum klatscht oder pfeift. Mein Ziel, mit vereinten Kräften über die Gesetzgebung zur Verbreitung des Mediationsgedankens einen Beitrag zu leisten, ist zumindest hier gescheitert. Meine "Anregung ..." wurde lediglich 11 x herunter geladen. Deshalb bin ich keineswegs beleidigt, aber es zeigt mir, dass die (pardon) Zuschauer hier nicht an der Mediation als solche interessiert sind und auch für die Gesellschaft nichts bewirken wollen. Was sie wirklich wollen, sei einem anderen Thema vorbehalten. Für mich selbst ist dieses Thema an dieser Stelle abgeschlossen.
Viele Grüße
Bernd
Joachim Simen
04.04.08, 10:55
Es sind nun 3 Monate her, dass ich dieses Thema aufgemacht habe. 1640 mal wurde es angewählt. (Außer Reinert) keine einzige Rückmeldung, weder hier, noch direkt. Ob meine Bemühungen irgendwo doch einen Sinn gemacht haben, weiss ich nicht. ... Deshalb bin ich keineswegs beleidigt, aber es zeigt mir, dass die (pardon) Zuschauer hier nicht an der Mediation als solche interessiert sind und auch für die Gesellschaft nichts bewirken wollen. Was sie wirklich wollen, sei einem anderen Thema vorbehalten. Für mich selbst ist dieses Thema an dieser Stelle abgeschlossen.
Viele Grüße
Bernd
Guten Morgen Bernd
Zunächst möchte ich Dir danken, dass du dein Thema hier so ausdauernd am Leben gehalten hast. Deine Entscheidung ist absolut verständlich und nachvollziehbar, dass du dieses jetzt abschliesst. Dazu möchte ich jetzt auch nichts beitragen.
Ich bin mir nicht sicher, ob die Aktivität in diesem Forum den Stand der Mediation oder das Engagement der Mediatoren etwas zu bewegen tatsächlich abbildet. Für mich persönlich ist es trotzdem ein wichtiges Messinstrument geworden, für die tatsächliche Bereitschaft seine Meinung zu äussern und gemeinsam an einem Thema zu arbeiten.
Vielleicht liegt es am Forum selbst, dass es zu kompliziert ist, nicht die passende Umgebung bietet, keine erwünschte Wirkung zeigt oder als zu wenig vertrauensvoll erachtet wird.
Meiner Meinung nach liegt es jedoch mehr an der persönlichen Haltung der Mediatorinnen und Mediatoren selbst. Dabei meine ich vor allem die Haltung gemeinsam und kooperativ mit anderen Mediatoren an der Weiterentwicklung ihres Themas zusammenzuarbeiten. Vor wenigen Tagen habe ich in einer Runde von erfahrenen Mediatoren selbst wieder erlebt, wie schwierig dieses Miteinander sein kann. Es gibt leider immer noch ganz viele Widerstände, Missverständnisse und Unsicherheiten untereinander. Und da stehe ich selbst auch nicht immer ausser vor.
Ich bewerte dieses Forum mittlerweile nicht mehr danach, wie viele Klicks, wie viele Beiträge oder sonstige sichtbare Dinge geschehen. Für mich hat es sich das schon gelohnt, weil wir uns dadurch zum Beispiel kennen gelernt haben. Unsere gemeinsamen Telefonate haben mich immer positiv bewegt und weitergeholfen.
Damit will ich es jetzt mal belassen und sende viele Grüße aus Bayern
Joachim Simen
Lieber Bernd,
Deinem Fazit möchte ich nicht widersprechen. Ob die Reaktionsträgheit innerhalb dieses Forums als repräsentativ angesehen werden kann, vermag natürlich auch ich nicht zu sagen. Allerdings weiß schon der Volksmund, dass von nix, nix kommen kann und Erich Kästner fand auch: "Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es". An dieser Stelle an Dich ganz herzlichen Dank, denn Du hast hier als Einzelkämpfer richtig große Gewichte gestemmt.
Auch ich sehe, dass die Mediatoren ein Haltungs-Problem haben. Ist Zurückhaltung bei der Arbeit mit den Medianten sicher eine Tugend, so ist Zurückhaltung bei der institutionellen Implementierung der Mediation in die Gesellschaft völlig fehl am Platz. Andererseits hat der Mediator in der Gesellschaft in Deutschland (verdientermaßen?) keinerlei „Halt“ d.h. weder eine exklusive „Lobby“ noch gibt es in anderer – z.B. gesetzlicher - Form auch nur eine Orientierung.
Verschiedene Verbände unterstützen sich gegenseitig bei der Ausbildung und erstellen kostenpflichtig Mediatorenlisten. Wie man, nicht zuletzt Dank deiner Initiative, Bernd, gesehen hat, ist keiner der deutschen Verbände jedoch bereit, eine Anerkennung des Mediators als eigenständiges gesetzlich geschütztes Berufsbild anzustreben. Warum eigentlich?
Wie man verschiedenen Sachverständigengutachten zum FGG entnehmen kann, ist gerade die fehlende gesetzliche Anerkennung auch explizit ein Argument gegen die Aufnahme der Mediation in das neue Scheidungsrecht.
Nochmals ganz herzlichen Dank an Dich, Bernd. Ich bin sicher, dass nicht wenige der „Zuschauer“ - so wie auch ich - von Deiner Arbeit erheblichen Nutzen hatten, auch wenn sie Dir dies nicht unmittelbar über ein feedback gezeigt haben. Vielleicht kommt ja doch noch die eine oder andere Rückmeldung .... .
Herzliche Grüße an alle!
Reinert
Jetzt muss ich mich doch noch einmal melden.
Einmal um mich bei Herrn Simen und Reinert für ihre verständnisvollen und aufmunternden Beiträge zu bedanken.
Andrerseits um hier diesen Link einzustellen (den ich Reinert zu verdanken habe)
http://www.little-idiot.de/teambuilding/XingBusiness.pdf
und der diesem Thema einen heiteren und selbstkritischen Abschluss gibt.
Allen wünsche ich weiterhin viel Spass und Erfolg
Bernd
Mirko Haas
14.04.08, 22:27
Hallo Bernd,
zunächst von mir auch einmal ein herzliches Dankeschön für Deine Beiträge. Sie waren sehr informativ und haben mich zu einer Arbeit inspiriert, die ich demnächst noch abzugeben habe.
Ich frage mich in der Tat schon seit geraumer Zeit, warum es eigentlich keine gemeinsame Arbeit der großen Verbände gibt. Insbesondere müsste doch ein Eigeninteresse vorhanden sein, z.B. eine Berufskammer ins Leben zu rufen, weil dann z.B. auch die interprofessionelle Zusammenarbeit mit Rechtsanwälten und Steuerberatern in Bürogemeinschaften funktionieren würde.
Und wenn man sich dann noch die Satzungen der Verbände ansieht, stellt man fest, dass satzungstechnisch sogar richtig große Übereinstimmung herrscht. Egal, was ich eigentlich sagen wollte ist, dass ich das Thema mit sehr großem Interesse verfolge, zumal ich zwar in Hamburg lebe, aber in Niedersachsen arbeite.
Ich bleibe also Deinen Beiträgen gewogen und hoffe sehr, dass das Forum weiterhin zum Austausch untereinander verwendet wird.
Herzliche Grüße aus Hamburg
Mirko
Ich möchte mich an dieser Stelle einmal bei Herrn Simen, Reinert und Mirko Haas, aber auch bei allen, die Interesse für mein Thema bekundet haben und es immer noch tun, herzlich bedanken.
Die Verbreitung des Mediationsgedankens in der Bevölkerung und die Einbindung in die Rechtspflege hat noch einen weiten Weg vor sich.
Ich wünsche uns allen und den Menschen, die es betrifft, dass wir die Ausdauer dafür nicht verlieren. Die Zahlreichen Besucher (auch nach Beendigung des Themas) stimmen mich diesbezüglich optimistisch.
Bernd Bohnet
Mirko Haas
21.05.08, 17:41
Das Dankeschön kann ich nur wieder zurückgeben. Ohne die akribische Arbeit von Leuten wie Dir, bräuchte es solche Foren gar nicht geben.
Ich habe da noch ein kleines neues Projekt an dem ich arbeite, und das ich auch hier in kürze vorstellen möchte. Nur soviel vorab dazu: Das Thema richtet sich nicht nur an Mediatoren(verbände) sondern kann auch für viele andere Berufsgruppen sehr spannend sein. Da es im Augenblick jedoch noch einige rechtliche Problemchen zu klären gibt, insbesondere die Copyright- und Lizenzbestimmungen, muss ich das geneigte Publikum noch ein paar Wochen vertrösten.
Grüße aus Hamburg
Mirko Haas
Unter dem Titel "Einmalige Chance II ..." möchte ich, ausgehend vom Ergebnis der Gesetzgebung zum RGG-Reformgesetz = das neue FamFG, die Begleitung und ggf. eine Diskussion, besonders hinsichtlich der praktischen Möglichkeiten und Auswirkungen fortführen.
Bernd Bohnet
Mediator
Obere Sonnenhalde 35
97941 Tauberbischofsheim
OT: Dittwar
09341/8953547
mail: bohnet.mediation@gmail.com
Web: www.bohnet-mediation.de
..... und verlangen von unseren eigenen Klienten einen geordneten Ablauf. Eins nach dem anderen. So soll es auch hier sein.
Also weiter zu "Einmalige Chance II..."
Berbd Bohnet
Derzeit die einzige Chance, dem Kasperle 99.. Dingsbums (Fake) Paroli zu bieten.
Kasperbedingte Verschiebung.
vBulletin® v3.8.2, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.