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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Streit um Berliner Hauptbahnhof - eine Vorlage für die Mediation


Joachim Simen
22.12.06, 11:14
Im Rechtsstreit um den Berliner Hauptbahnhof hat die Bahn gegen den Architekten Meinhard von Gerkan eine drastische Niederlage hinnehmen müssen. Das gerichtliche Verfahren ist mit dem Urteil*voraussichtlich nicht abgeschlossen und geht wohl in die nächste Runde. Von verschiedenen Seiten*wird davon ausgegangen, dass*alleine der*geforderte Umbau gemäß den Vorlagen des Archtiekten ca. 20 bis 40 Millionen Euro*zusätzlich kosten wird. Dabei sind die Kosten für das Gerichtsverfahren, die Mindereinnahmen durch eine neue Baustelle und viele weitere Konfliktkosten noch*nicht eingerechnet.
In der Süddeutschen Zeitung vom 29. November gab der Architekt Meinhard von Gerken ein bemerkenswertes Interview. Seine Ausführungen*sind*eine Steilvorlage für die Mediation.*Gleich am nächsten Tag*konnte ich dieses Interview als markanten Einstieg in eine Ausbildung für Wirtschaftsmediatoren einbringen.
Auf die Frage warum die Bahn nicht mehr mit ihm gesprochen habe*sondern ein*anderes Architektenbüro in das Projekt einbezogen hat, antwortete er, dass er es nicht weiß.*Für ihn sei diese unglückliche Massnahme nicht nachvollziehbar. Es gäbe aus seiner Sicht keinen rationalen, keinen logischen und keinen ökonomischen Grund.*Das sei*ausschließlich im rein menschlichen Bereich angesiedelt. Es hat*nur mit den Personen zu tun und nicht mit den Sachverhalten. Aus seiner Sicht wollte der Bauherr unter Beweis stellen, dass nur eines wichtig sei.*Nämlich das was der Bauherr sage.*Jahrelange gemeinsame Planungen, Abstimmungen und Vereinbarungen*wären*mit dieser Position hinfällig geworden. Das Benehmen der Bahn sein für ihn als Person nicht hinnehmbar.
Ohne hier den Sachverhalt, die*Konfliktbeteiligten und deren Verhalten*bewerten zu wollen,*bleibt*dieser Fall “auch” für die Mediation spannend.*Es ist ein klassisches Beispiel dafür wie*eine Auseinandersetzung im zwischenmenschlichen Bereich durch ein*Gerichtsverfahren entschieden werden soll. Zufrieden mit dem Ergebnis wird am Ende wohl niemand sein!?
Joachim Simen
Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 29.11.2006 “Alles gefälscht (http://www.sueddeutsche.de/sz/2006-11-29/feuilleton/artikel/HMG-2006-11-29-013-XpEktoJQ4P2DwzPYC2sjMw/)“*(Feuilleton)
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