Redaktion
20.01.05, 00:43
HansjoergSchwartz
Verfasst am: Februar 16, 2004, 11:09 am
Titel: Kinder in der Mediation
In vielen Trennungs-Scheidungsfällen sind Kinder betroffen. Für die Mediation ergibt sich daraus die Herausforderung, die Interessen und Bedürfnisse der Kinder in den Mediationprozeß einfließen zu lassen, ohne dies in irgendeiner Art zu traumatisieren oder in Loyaliätskonflikte zu bringen. Gelingt dies, stellen Kinder eine große Resource in der Mediation dar. Auf welche Art und Weise eine gute Integration der Kinder in den Mediationsprozeß erfolgen kann ist Gegenstand von speziellen Fortbildungsseminaren, als Experte sei dafür Heiner Krabbe aus Münster genannt. In meiner Praxis gehört der direkte Einbezug von Kindern noch nicht zum Standardverfahren und ich würde mich über Erfahrungen anderer Kollegen zu diesem Thema freuen.
Mit Grüßen aus Oldenburg
Hansjörg Schwartz
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UlrikeBeisel
Verfasst am: Februar 19, 2004, 9:34 am
Titel: Kinder
Als Mediationslaiin und angehende Psychologin möchte ich sagen, dass ich es als sehr wichtig empfinde alle betroffenen Familienmitglieder in die Mediation einzubeziehen. Kinder dürfen hierbei nicht ausgeschlossen werden. Man muss zweifelsohne genau überlegen, wieviele der elterlichen Konflikte in der Mediation für die Kinder wie mit-erlebbar gemacht wird und ab welchem Alter eine Einbeziehung überhaupt sinnvoll ist.
Ich würde jedoch für eine sensible, aber möglichst frühe Beteiligung der Kinder plädieren. Informiertheit und Transparenzerleben können die große Unsicherheit und Unkontrollierbarkeit der Situation, die sicherlich gerade bei den mit am meisten betroffenen Kindern in hohem Maß vorhanden ist, reduzieren.
Die Ängste und Phantasien, die Kinder haben, wenn sie eine Trennung ihrer Eltern erleben, können so bewusst bearbeitet werden. Außerdem erleben die Kinder, dass die Eltern noch dazu fähig sind, gemeinsam an einem Tisch zu sitzen und dass sie vielleicht auch gemeinsame Interessen haben, wie z.B. das Wohlergehen des Kindes. Eine Spaltung der Elternimago in ein gutes und ein böses Objekte kann abgemildert oder verhindert werden.
Ulrike Beisel
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Leyendecker
Verfasst am: März 18, 2004, 4:07 pm Titel: Kinder in der Mediation
Hallo - ein interessantes Thema - welches derzeit auf unterschiedlichen Ebenen diskutiert wird, auch in der Bundesarbeitsgemeinschaft für Beratung.
Ich selbst arbeite mit Kindern in der Mediation, vor allem bei hochstrittigen Paaren. Hier habe ich die Erfahrung gemacht - die Eltern kommen aus ihrem "Paarstreit" und ihrer "Paarsicht" nicht raus und "übersehen" die Kinder und benutzen sie in ihrem Streit. Vor kurzem sah ich einen 13jährigen Jungen ihm sah man körperlich an, was er durch den Streit seiner Eltern trug.
Im Umgang lasse ich daher zunächst die Kinder ihre Regelungen erarbeiten, z.B. wer wo wohnt, Wochenend- und Ferienregelung, Weihnachten etc...
Kinder haben einen sehr guten Blick und noch mehr ein gutes Gefühl für die Situation. Bisher habe ich gearbeitet mit Kindern von 5 - 17 Jahre.
In diesem Bereich sollte in der nächsten Zeit vermehrt ein Erfahrungsaustausch erfolgen.
Ali Leyendecker, Mediator
Verfasst am: Februar 16, 2004, 11:09 am
Titel: Kinder in der Mediation
In vielen Trennungs-Scheidungsfällen sind Kinder betroffen. Für die Mediation ergibt sich daraus die Herausforderung, die Interessen und Bedürfnisse der Kinder in den Mediationprozeß einfließen zu lassen, ohne dies in irgendeiner Art zu traumatisieren oder in Loyaliätskonflikte zu bringen. Gelingt dies, stellen Kinder eine große Resource in der Mediation dar. Auf welche Art und Weise eine gute Integration der Kinder in den Mediationsprozeß erfolgen kann ist Gegenstand von speziellen Fortbildungsseminaren, als Experte sei dafür Heiner Krabbe aus Münster genannt. In meiner Praxis gehört der direkte Einbezug von Kindern noch nicht zum Standardverfahren und ich würde mich über Erfahrungen anderer Kollegen zu diesem Thema freuen.
Mit Grüßen aus Oldenburg
Hansjörg Schwartz
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UlrikeBeisel
Verfasst am: Februar 19, 2004, 9:34 am
Titel: Kinder
Als Mediationslaiin und angehende Psychologin möchte ich sagen, dass ich es als sehr wichtig empfinde alle betroffenen Familienmitglieder in die Mediation einzubeziehen. Kinder dürfen hierbei nicht ausgeschlossen werden. Man muss zweifelsohne genau überlegen, wieviele der elterlichen Konflikte in der Mediation für die Kinder wie mit-erlebbar gemacht wird und ab welchem Alter eine Einbeziehung überhaupt sinnvoll ist.
Ich würde jedoch für eine sensible, aber möglichst frühe Beteiligung der Kinder plädieren. Informiertheit und Transparenzerleben können die große Unsicherheit und Unkontrollierbarkeit der Situation, die sicherlich gerade bei den mit am meisten betroffenen Kindern in hohem Maß vorhanden ist, reduzieren.
Die Ängste und Phantasien, die Kinder haben, wenn sie eine Trennung ihrer Eltern erleben, können so bewusst bearbeitet werden. Außerdem erleben die Kinder, dass die Eltern noch dazu fähig sind, gemeinsam an einem Tisch zu sitzen und dass sie vielleicht auch gemeinsame Interessen haben, wie z.B. das Wohlergehen des Kindes. Eine Spaltung der Elternimago in ein gutes und ein böses Objekte kann abgemildert oder verhindert werden.
Ulrike Beisel
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Leyendecker
Verfasst am: März 18, 2004, 4:07 pm Titel: Kinder in der Mediation
Hallo - ein interessantes Thema - welches derzeit auf unterschiedlichen Ebenen diskutiert wird, auch in der Bundesarbeitsgemeinschaft für Beratung.
Ich selbst arbeite mit Kindern in der Mediation, vor allem bei hochstrittigen Paaren. Hier habe ich die Erfahrung gemacht - die Eltern kommen aus ihrem "Paarstreit" und ihrer "Paarsicht" nicht raus und "übersehen" die Kinder und benutzen sie in ihrem Streit. Vor kurzem sah ich einen 13jährigen Jungen ihm sah man körperlich an, was er durch den Streit seiner Eltern trug.
Im Umgang lasse ich daher zunächst die Kinder ihre Regelungen erarbeiten, z.B. wer wo wohnt, Wochenend- und Ferienregelung, Weihnachten etc...
Kinder haben einen sehr guten Blick und noch mehr ein gutes Gefühl für die Situation. Bisher habe ich gearbeitet mit Kindern von 5 - 17 Jahre.
In diesem Bereich sollte in der nächsten Zeit vermehrt ein Erfahrungsaustausch erfolgen.
Ali Leyendecker, Mediator